Aufruf der AG Wohlfahrt
Gelsenkirchen wehrt sich
Aufruf der
Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrt: „Gelsenkirchen wehrt sich!“
Wohlfahrtsverbände starten
Unterschriftenaktion
„Gelsenkirchen wehrt sich!
Denn auch Gelsenkirchen hat ein Recht auf eine gute Zukunft!“, heißt es in
einem Aufruf der Arbeitsgemeinschaft (AG) Wohlfahrt, dem die Arbeiterwohlfahrt,
der Caritasverband, die Diakonie, die Jüdische Kultusgemeinde und der
Paritätische Wohlfahrtsverband angehören. Adressaten des Aufrufs sind der
nordrhein-westfälische Landtag sowie der deutsche Bundestag. Seine
Kernforderung: „Gleiche Lebenschancen für alle Menschen in
Nordrhein-Westfalen.“
Um dem Aufruf den nötigen
Nachdruck zu geben, werden die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger gebeten,
den Aufruf mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Unterschriftenlisten liegen
in den Einrichtungen der Verbände der AG Wohlfahrt aus. Erstunterzeichner sind
Gudrun
Wischnewski, Geschäftsführerin des Unterbezirks Gelsenkirchen-Bottrop der
Arbeiterwohlfahrt, Caritasdirektor Peter Spannenkrebs, der Diakoniepfarrer des
Diakoniewerks Gelsenkirchen und Wattenscheid Matthias
Kreft
,
die Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Judith Neuwald-Tasbach sowie der
Geschäftsführer der Paritätischen Kreisgruppe Gelsenkirchen Norbert Korte.
Die AG Wohlfahrt sieht
Gelsenkirchen in einer von der Stadt unverschuldeten Haushaltsnotlage, die kaum
noch Gestaltungsspielräume lasse und befürchtet gravierende Folgen für die
Bürgerinnen und Bürger.
Der Aufruf beklagt, dass
sich in Nordrhein-Westfalen die Schere zwischen armen und reichen Städten immer
weiter öffne. Schuldenfreie Städte können vieles bieten, worauf Menschen in
armen Städten verzichten müssen: kostenlose Kinderbetreuung, modern
ausgestattete Schulen, attraktive Kulturförderung und vieles mehr. Während
„reiche“ Städte Fördergelder in Anspruch nehmen können, werde dies „armen“
Städten untersagt.
Mit deutlichen Worten stellt
der Aufruf fest: „Wir nehmen diese Benachteiligungen nicht mehr tatenlos hin!
Genug ist genug!“
Weitergehende
Benachteiligungen seien nicht mehr zu akzeptieren. Jetzt müsse aktiv für die
Zukunft der Stadt gekämpft werden: „Wir fordern von Land und Bund mit den
gegenseitigen Schuld- und Kompetenzzuweisungen Schluss zu machen und einen Weg
zu finden,
-
von Bund und Land verursachte gesetzliche Verpflichtungen
vollständig
gegenzufinanzieren
,
-
die Altschulden der Kommune abzulösen, damit die
Stadt von den horrenden Zinszahlungen entlastet wird – zum Beispiel durch
einen Fonds auf der Landesebene,
-
die Belastungen „armer“ Kommunen wie
Gelsenkirchen durch den „Fonds deutsche Einheit“ einzustellen,
-
die strukturelle Unterdeckung des kommunalen
Haushaltes auch durch ein gerechtes und solidarisches System der
Lastenverteilung zwischen „armen“ und „reichen“ Städten zu beseitigen.“
Kulturelle Vielfalt, die
soziale Teilhabe armer Menschen, Familien zu stärken und vieles mehr
sei
nur möglich, wenn das Geld dort eingesetzt werde, wo die
Menschen leben und arbeiten.
Die AG Wohlfahrt will in
Gelsenkirchen Leben gestalten und es so attraktiv machen, „dass es Lust macht“,
hier Kinder groß zu ziehen. Dafür bittet die AG Wohlfahrt alle in Gelsenkirchen
lebenden Menschen um ihre Unterstützung.
