Caritasverband für die Stadt Gelsenkirchen e.V., 21.02.2010

Aufruf der AG Wohlfahrt

Gelsenkirchen wehrt sich

Aufruf der Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrt: „Gelsenkirchen wehrt sich!“

Wohlfahrtsverbände starten Unterschriftenaktion

 

„Gelsenkirchen wehrt sich! Denn auch Gelsenkirchen hat ein Recht auf eine gute Zukunft!“, heißt es in einem Aufruf der Arbeitsgemeinschaft (AG) Wohlfahrt, dem die Arbeiterwohlfahrt, der Caritasverband, die Diakonie, die Jüdische Kultusgemeinde und der Paritätische Wohlfahrtsverband angehören. Adressaten des Aufrufs sind der nordrhein-westfälische Landtag sowie der deutsche Bundestag. Seine Kernforderung: „Gleiche Lebenschancen für alle Menschen in Nordrhein-Westfalen.“

Um dem Aufruf den nötigen Nachdruck zu geben, werden die Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger gebeten, den Aufruf mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Unterschriftenlisten liegen in den Einrichtungen der Verbände der AG Wohlfahrt aus. Erstunterzeichner sind Gudrun Wischnewski, Geschäftsführerin des Unterbezirks Gelsenkirchen-Bottrop der Arbeiterwohlfahrt, Caritasdirektor Peter Spannenkrebs, der Diakoniepfarrer des Diakoniewerks Gelsenkirchen und Wattenscheid Matthias Kreft , die Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Judith Neuwald-Tasbach sowie der Geschäftsführer der Paritätischen Kreisgruppe Gelsenkirchen Norbert Korte.

Die AG Wohlfahrt sieht Gelsenkirchen in einer von der Stadt unverschuldeten Haushaltsnotlage, die kaum noch Gestaltungsspielräume lasse und befürchtet gravierende Folgen für die Bürgerinnen und Bürger.

Der Aufruf beklagt, dass sich in Nordrhein-Westfalen die Schere zwischen armen und reichen Städten immer weiter öffne. Schuldenfreie Städte können vieles bieten, worauf Menschen in armen Städten verzichten müssen: kostenlose Kinderbetreuung, modern ausgestattete Schulen, attraktive Kulturförderung und vieles mehr. Während „reiche“ Städte Fördergelder in Anspruch nehmen können, werde dies „armen“ Städten untersagt.

Mit deutlichen Worten stellt der Aufruf fest: „Wir nehmen diese Benachteiligungen nicht mehr tatenlos hin! Genug ist genug!“

Weitergehende Benachteiligungen seien nicht mehr zu akzeptieren. Jetzt müsse aktiv für die Zukunft der Stadt gekämpft werden: „Wir fordern von Land und Bund mit den gegenseitigen Schuld- und Kompetenzzuweisungen Schluss zu machen und einen Weg zu finden,

  • von Bund und Land verursachte gesetzliche Verpflichtungen vollständig gegenzufinanzieren ,
  • die Altschulden der Kommune abzulösen, damit die Stadt von den horrenden Zinszahlungen entlastet wird – zum Beispiel durch einen Fonds auf der Landesebene,
  • die Belastungen „armer“ Kommunen wie Gelsenkirchen durch den „Fonds deutsche Einheit“ einzustellen,
  • die strukturelle Unterdeckung des kommunalen Haushaltes auch durch ein gerechtes und solidarisches System der Lastenverteilung zwischen „armen“ und „reichen“ Städten zu beseitigen.“

Kulturelle Vielfalt, die soziale Teilhabe armer Menschen, Familien zu stärken und vieles mehr sei nur möglich, wenn das Geld dort eingesetzt werde, wo die Menschen leben und arbeiten.

Die AG Wohlfahrt will in Gelsenkirchen Leben gestalten und es so attraktiv machen, „dass es Lust macht“, hier Kinder groß zu ziehen. Dafür bittet die AG Wohlfahrt alle in Gelsenkirchen lebenden Menschen um ihre Unterstützung.