Demenz - ein Thema für Kinder und Jugendliche
Robert-Bosch-Stiftung fördert Projekt
Demenz - ein Thema für
Kinder und Jugendliche
Robert-Bosch-Stiftung fördert Projekt
In einem von bundesweit 13 Projekten,
das mit Mitteln der Robert-Bosch-Stiftung im Rahmen des Programms „Menschen mit
Demenz in der Kommune“ gefördert wird, beschäftigen sich Kinder und Jugendliche
mit der Erkrankung. Marita
Ingenfeld
von Horizont,
der Fachstelle Demenz der Caritas, erläutert es im Interview.
Demenz ist ein schwieriges Thema. Überfordert es
nicht Kinder und Jugendliche?
Viele Kinder und Jugendliche
kennen die Erkrankung aus ihrer eigenen Familie. Sie haben Großeltern oder
Nachbarn, die an Demenz erkrankt sind und beschäftigen sich bereits deshalb
damit. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden Kinder und Jugendliche
früher oder später mit diesem Thema konfrontiert. Deshalb ist es wichtig,
möglichst früh über Demenz zu informieren, damit sie damit umgehen können.
Wie vermittelt das Projekt konkrete Erfahrungen?
Die verschiedenen Gruppen
gehen regelmäßig in Seniorenheime, wo sie Menschen treffen, die an Demenz
erkrankt sind. Sie musizieren oder basteln zusammen, machen kleine Ausflüge.
Eine Gruppe lernt sogar kleine therapeutische Maßnahmen kennen, die die Gefühle
der Erkrankten gezielt ansprechen. Jüngere Kinder nähern sich über Erzählungen
und Rollenspiele dem Thema.
Was hat sie bei den Begegnungen zwischen den alten
Menschen und Kindern und Jugendlichen besonders beeindruckt?
Zu sehen, wie lebhaft und
unvoreingenommen die Jugendlichen gleich welcher Herkunft auf die erkrankten
Menschen zugegangen sind. Die Berührungsängste vieler Erwachsener sind bei
Kindern und Jugendlichen noch nicht so ausgeprägt, und das schafft verbindende
und sehr schöne Situationen. Die jungen Menschen freuen sich über das
Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird.
Mitte des Jahres läuft das Projekt aus. Wie geht es
dann weiter?
Die Fachstelle Demenz wird,
wenn auch in reduzierter Form, an dem Projekt anknüpfen und t Ansprechpartner
von Schulen und anderen Interessenten. Natürlich hoffe ich, dass der eine oder
andere Antrag auf Förderung greift. Es wird mehr und mehr erkannt, wie wichtig
das Thema ist, und wir haben viele, viele Erfahrungen gesammelt, die wir gern
in weitere Projekte einbringen wollen.
