Caritasverband für die Stadt Gelsenkirchen e.V., 07.03.2010

Demenz - ein Thema für Kinder und Jugendliche

Robert-Bosch-Stiftung fördert Projekt

Demenz - ein Thema für Kinder und Jugendliche

Robert-Bosch-Stiftung fördert Projekt

 

In einem von bundesweit 13 Projekten, das mit Mitteln der Robert-Bosch-Stiftung im Rahmen des Programms „Menschen mit Demenz in der Kommune“ gefördert wird, beschäftigen sich Kinder und Jugendliche mit der Erkrankung. Marita Ingenfeld von Horizont, der Fachstelle Demenz der Caritas, erläutert es im Interview.

 

 

Demenz ist ein schwieriges Thema. Überfordert es nicht Kinder und Jugendliche?

 

Viele Kinder und Jugendliche kennen die Erkrankung aus ihrer eigenen Familie. Sie haben Großeltern oder Nachbarn, die an Demenz erkrankt sind und beschäftigen sich bereits deshalb damit. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden Kinder und Jugendliche früher oder später mit diesem Thema konfrontiert. Deshalb ist es wichtig, möglichst früh über Demenz zu informieren, damit sie damit umgehen können.

 

Wie vermittelt das Projekt konkrete Erfahrungen?

 

Die verschiedenen Gruppen gehen regelmäßig in Seniorenheime, wo sie Menschen treffen, die an Demenz erkrankt sind. Sie musizieren oder basteln zusammen, machen kleine Ausflüge. Eine Gruppe lernt sogar kleine therapeutische Maßnahmen kennen, die die Gefühle der Erkrankten gezielt ansprechen. Jüngere Kinder nähern sich über Erzählungen und Rollenspiele dem Thema.  

 

Was hat sie bei den Begegnungen zwischen den alten Menschen und Kindern und Jugendlichen besonders beeindruckt?

 

Zu sehen, wie lebhaft und unvoreingenommen die Jugendlichen gleich welcher Herkunft auf die erkrankten Menschen zugegangen sind. Die Berührungsängste vieler Erwachsener sind bei Kindern und Jugendlichen noch nicht so ausgeprägt, und das schafft verbindende und sehr schöne Situationen. Die jungen Menschen freuen sich über das Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird.

 

Mitte des Jahres läuft das Projekt aus. Wie geht es dann weiter?

 

Die Fachstelle Demenz wird, wenn auch in reduzierter Form, an dem Projekt anknüpfen und t Ansprechpartner von Schulen und anderen Interessenten. Natürlich hoffe ich, dass der eine oder andere Antrag auf Förderung greift. Es wird mehr und mehr erkannt, wie wichtig das Thema ist, und wir haben viele, viele Erfahrungen gesammelt, die wir gern in weitere Projekte einbringen wollen.