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Stand: 12.10.2017

Pressemitteilung

Zu wenig guter und bezahlbarer Wohnraum

Caritasmitarbeitende trafen sich in der letzten Woche mit Betroffenen und Politikern, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Wetter machte der geplanten Aktion auf dem Bahnhofsvorplatz zwar einen Strich durch die Rechnung - Wind und Regen machten Gespräche rund um das aufgebaute Wohnzimmer mit Couch und Kommode unmöglich. Trotzdem ist das "Zimmer auf der Straße" aus Sicht der Caritas Gelsenkirchen nicht ins Wasser gefallen: Nach der knapp zweistündigen Begegnung, die in die Räume der Caritas im Bahnhofsvorplatz verlegt wurde, stand fest, dass Barbara Oehmichen (Grüne) und Sascha Kurth (CDU) einige Anregungen mit in ihren politischen Alltag nehmen werden.

Zahlreiche Fallgeschichten schilderten die Caritasmitarbeitenden aus ihrem Alltag. Zu den Problemen der wohnungslosen Menschen gehören zum Beispiel: "Viele Vermieter haben starke Vorurteile und vermieten nicht an Wohnungslose. Die Menschen nehmen dann, was sie kriegen können. Manche ziehen in Wohnungen mit kaputten Fenstern oder mit Schimmel im Badezimmer. Für sie ist selbst eine schlechte Wohnung besser als weiter auf der Straße oder in der Notunterkunft zu leben", berichtete Caritasmitarbeiter Marco Stauch. Caritasmitarbeiter André Bsdurrek (ambulant betreutes Wohnen) schilderte Fälle, in denen psychisch kranke Menschen auch nach jahrelanger Suche keine Wohnung gefunden haben: "Das ist frustrierend. Man spürt da schon eine Art Willkür mancher Vermieter." Insgesamt wurde deutlich, dass an bestimmte Personengruppen wertiger Wohnraum ohne Mängel so gut wie nicht vermietet wird. Auch geflüchtete Menschen und Süd-Ost-Europäer hätten besondere Probleme geeigneten und guten Wohnraum zu finden.


Die Diskussionsrunde fand im Rahmen der Jahreskampagne der Deutschen Caritas "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" statt.