Wohnheim für Menschen mit Behinderung

Junge Frau auf einem Stuhl

"Wir nehmen Menschen an, wie sie sind!" - das ist Grundgedanke, der das Leben und die Arbeit im Haus St. Rafael prägt.

Das Caritas-Wohnheim betreut erwachsene Frauen und Männer mit geistiger und/oder mehrfacher Behinderung. Ausgehend von dem Gedanken, jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit zu sehen und anzunehmen, richten sich alle Angebote an der Individualität der jeweiligen Person aus.

Auf der Basis einer sicheren Bindung an ihre Alltagsbegleiter erfährt jeder Mensch  eine Lebensbegleitung, ausgehend von seinen  Wünschen und Bedürfnissen. Wir begleiten sie auf dem Weg, Stärken und Kompetenzen zu entdecken, sich zu entwickeln und eigene Fähigkeiten zu nutzen. Erlernte Fähigkeiten sollen solange wie möglich erhalten und bewahrt werden.

Leben im Haus St. Rafael

Unsere Grundgedanken

Wir glauben, dass

  • jeder Mensch seine eigene Biographie hat, die ihn prägt
  • jeder Mensch Fähigkeiten und Ressourcen hat, die es zu entdecken und zu fördern gilt
  • jeder Mensch weiß, was für ihn persönlich gut ist
  • jeder Mensch seine persönliche Entwicklung selbst gestalten möchte
  • jeder Mensch sich seiner Umwelt mitteilt
  • jedem Menschen zugehört werde sollte
  • jedem Menschen wertschätzend begegnet werden sollte durch gegenseitigen Respekt und Vertrauen
  • jeder Mensch in seiner Persönlichkeit und seinem  "So Sein" angenommen werden muss!

Warum Haus St. Rafael?

Die Motive der Bewohner, sich für das Haus St. Rafael zu entscheiden, sind vor allem die lebendige und freundliche Atmosphäre, geprägt von Respekt und Wertschätzung, und die vielen  Einzelzimmer. Der zentrale Standort im Stadtteil bietet vielfältige Möglichkeiten an Außenleben und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Aufgrund des vielfältigen Angebots sind Wahlmöglichkeiten sowohl im Kultur und Freizeitangebot gegeben, als auch bei der Wahl der Ärzte, Therapeuten und ähnlichem.

Lage

Das Haus St. Rafael sowie die Außenwohngruppen befinden sich in einer guten Wohngegend, zentral und ruhig gelegen im Stadtteil Gelsenkirchen-Horst, Auf dem Schollbruch 49 und 47. Die verkehrsberuhigte Einkaufszone, die Post, Banken, die katholische und evangelische Kirchengemeinde, das Hallenbad und Bushaltestellen sind innerhalb weniger Minuten zu Fuß zu erreichen und ermöglichen den  Bewohnern, soweit es Art  und Umfang ihrer Behinderung zulassen,  die selbstständige Nutzung dieser Geschäfte und Freizeitangebote. Im Haus, das es seit 1988 gibt, leben 39 Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen, die Begleitung und Unterstützung benötigen, die ihren Wünschen entspricht.

Zimmer

Die Zimmer sind zwischen 12,5 bis 24 qm groß, zurzeit gibt es 31 Einzelzimmer und bislang noch 4 Doppelzimmer. Alle Zimmer verfügen entweder über eine Waschecke oder eine Nasszelle mit eigener  Dusche und WC.

Die Bewohner können ihr Zimmer individuell gestalten, bei Bedarf können wir aber auch eine Grundmöblierung zur Verfügung stellen. Im Haus stehen jeder Wohngruppe individuell gestaltete Wohnzimmer sowie eine gemütliche Küche zur Verfügung. Im Bereich der Wohngruppe können Wäsche gewaschen werden.

Wohngruppen

Das Leben im Wohnhaus strukturiert sich in gemischten Wohngemeinschaften, um den Bewohnern einen überschaubaren sozialen Rahmen zu geben und das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken. Rund zehn Menschen bilden eine Wohngruppe. In der Wohngruppe besteht für jeden Menschen die Möglichkeit, sein Leben individuell zu gestalten, sich weiterzuentwickeln, aber auch persönliche Kontakte und Freundschaften aufzubauen. Ein großer Garten mit verschiedenen Sitzecken  sowie eine große Voliere laden zum Entspannen und Verweilen während der Sommermonate ein.

Insgesamt vier Wohngemeinschaften verteilen sich auf zwei Ebenen. Jede Wohngemeinschaft verfügt über eine Gemeinschaftsküche und ein Wohnzimmer mit TV und Musikanlage. Die Räume sind unterschiedlich und gruppenindividuell eingerichtet und gestaltet.

Neben der Hausordnung, die für alle Bewohner des Hauses verbindlich ist, hat jede Wohngemeinschaft ihre eigenen Absprachen.

Betreuung

In den Wohngruppen arbeiten, je nach Stellenanteil, drei bis fünf Mitarbeiter.

Jeder Bewohner hat einen Bezugsbetreuer, der sich speziell um die Belange des Bewohners kümmert. Dazu gehören der regelmäßige Austausch und Gespräche zur Lebensgestaltung, Strategien zur Bewältigung von Alltagssituationen, Planung von Aktivitäten und ähnlichem.

Die Bewohner jeder Gruppe prägen das Gruppenleben auf unterschiedlicher Art und Weise durch ihre Persönlichkeiten. Die Wohngemeinschaften verstehen sich auch als ein Gruppenangebot. Gemeinsame Mahlzeiten, Gruppenaktivitäten u.a. werden in Gemeinschaft angeboten und unterstützt, nicht als Pflicht für den Bewohner gesehen.

Zusammengehörigkeit und Individualität

Gruppenübergreifende soziale Kontakte und die Zugehörigkeit zum Wohnhaus bestehen über die Wohngruppen  hinaus und werden durch Veranstaltungen, Feiern und gemeinsame Urlaube unterstützt.

Da jeder Einzelne der 39 Bewohner das Leben im Haus mit gestaltet, gibt es die unterschiedlichsten Ausprägungen von Gruppenleben, Zusammengehörigkeiten und Individualitäten.

 

Anforderungen und Voraussetzung

Menschen mit einer geistigen Behinderung ab 18 Jahren, unabhängig von Art und Schwere der Behinderung leben im Haus. Voraussetzung für eine Aufnahme ist, dass der individuelle Hilfebedarf eine stationäre Betreuung festlegt.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten werden nach §§ 53ff SGB XII durch den Sozialhilfeträger bei Vorliegen  der Voraussetzungen übernommen.

Haus St. Rafael

Kerzen in abgedunkelter Athmosphäre

Ralf Brockhaus ist als "Mitarbeiter in der Seelsorge" im Haus St. Rafael für die religiösen und spirituellen Belange der Bewohner zuständig.