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„Älter-werden ist nichts für Feiglinge“:

Im Januar 2018 wurden im Projekt die Bildungskurse für Menschen mit geistiger Behinderung gestartet. Nach 16 Wochen gemeinsamen Lernens wurden die ersten Bildungskurse im Juni mit einer Abschlussfeier und Urkundenübergabe beendet. Aus drei Kooperationseinrichtungen nahmen jeweils vier bis fünf ältere Bewohner*innen mit geistiger Behinderung am Bildungsangebot "Älter-werden ist nichts für Feiglinge!" teil. Im August beginnt die nächste Runde mit Bewohner*innen aus drei weiteren Kooperationseinrichtungen.

Lerngruppe

In dem 16-wöchigen Kurs lernen Teilnehmer*innen in drei Themenblöcken etwas über die eigene Biografie, die Auswirkungen des Älter-werdens und das Krankheitsbild Demenz.

Angefangen mit dem ersten Themenblock "Das bin ich" wird über sich selbst, den eigenen Lebenslauf, Gefühle und aktuelle Aktivitäten gesprochen. Es geht um die eigene Biografie und das Herausstellen von Fähigkeiten, Kenntnisse, Stärken und Kompetenzen. Die Chancen der Biografiearbeit liegen darin, das bislang erlebte Leben ins Bewusstsein zu bringen und zu nutzen. Die Teilnehmer*innen können feststellen, dass sie bereits auf ein langes Leben zurückschauen und sowohl schöne als auch unschöne Erfahrungen gemacht haben, die das Leben prägen.

Aufbauend werden im zweiten Themenblock die Facetten des Älter-werdens betrachtet. Die Teilnehmer*innen können bewusst über das eigene Älter-werden nachdenken und Veränderungen reflektieren. Darüber hinaus soll auch über die eigene Zukunft nachgedacht werden. Dadurch können die Teilnehmer*innen den Prozess des Älter-werdens gezielter wahrnehmen und mitgestalten. Zum Block Älter-werden gehören die Themen: Wünsche für die Zukunft, Gesundheit und Krankheit, Veränderungen des Körpers sowie das Lebensende.

SpielBeim „spielen“ reden die Teilnehmer*innen über ihre Zukunft und halten danach für sie wichtige Dinge auf einem Arbeitsblatt fest

Arbeitsblatt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Telefonieren mit Duschkopf an Badewanne

Der dritte Block nimmt schließlich das Thema Demenz in den Blick. Dabei haben einige Teilnehmer*innen bereits im sozialen und familiären Kontext Erfahrungen mit dem Krankheitsbild sammeln können, andere hingegen haben bisher wenig bis keine Berührungspunkte. Dadurch können Erfahrungen ausgetauscht und Beispiele für demenzspezifisches Verhalten aufgegriffen werden. Dennoch ist es wichtig das Thema von unten aufzurollen und grundlegende Informationen zu vermitteln. So werden am Anfang beispielsweise die Aufgaben des Gehirns deutlich gemacht und vermittelt was passiert, wenn dieses durch eine Demenz nicht mehr wie gewohnt arbeitet. Aufbauend werden die möglichen Auswirkungen auf den Alltag z.B. Orientierungslosigkeit näher betrachtet. Für und mit den Teilnehmer*innen werden Möglichkeiten besprochen, wie sie selbst Betroffene unterstützen und stärken können.

Im Jahr 2019 sollen die Bildungsinhalte mit einer Anleitung zur Nachahmung veröffentlicht werden. Zusätzlich bietet die Caritas Fachstelle Demenz Schulungen zu diesem Thema an. Die Bildungsinhalte können dazu genutzt werden, die Themen Biografiearbeit, Älterwerden und Demenz in Einrichtungen der Behindertenhilfe zu besprechen. Zudem kann das Bildungskonzept später in Eigenregie umgesetzt werden.