D_MENZ VERSTEHEN

Hintergrund

AB06

Dank der verbesserten Lebensbedingungen in Deutschland, dem sozialen Fortschritt und neuer medizinischer Behandlungsmethoden erreichen Menschen mit einer geistigen Behinderung ein immer höheres Lebensalter. Aber was bedeutet das Älter-werden für Menschen mit geistiger Behinderung? Viele von Ihnen haben keine klaren Vorstellungen vom Älter-werden und den dazugehörigen Veränderungen. Dabei spielen nicht nur die eigenen Veränderungen eine Rolle, sondern auch Veränderungen im sozialen und familiären Kontext. Gleichzeitig haben Menschen mit geistiger Behinderung oft nicht die Möglichkeiten, sich gezielt zu informieren. Doch je älter sie werden, umso häufiger kommen sie auch mit altersassoziierten Krankheiten, beispielsweise mit Demenz, in Berührung.
Ziel des Projektes D_MENZ Verstehen ist es, Kompetenz im Umgang mit dem Älter-werden und dem Krankheitsbild Demenz aufzubauen, der Hilflosigkeit entgegen zu wirken und Verständnis für die auftretenden Situationen zu erzeugen. Hinter dem Titel D_MENZ Verstehen verbirgt sich der Grundgedanke: Verstehen, was passiert und lernen, damit umzugehen.

D_MENZ VERSTEHEN

Projektüberblick

In dem dreijährigen Projekt der Fachstelle Demenz des Caritasverbands für die Stadt Gelsenkirchen wird in Zusammenarbeit mit sechs Einrichtungen der Behindertenhilfe des Ruhrbistums rund um die drei Themenfelder: Biografiearbeit, Älter-werden und Demenz, informiert und sensibilisiert.

Die Projektaktivitäten sind in drei Phasen aufgefächert, die zwischen Januar 2017 und Dezember 2019 bearbeitet werden:

Projektphasen

Phase I Vorbereitungsphase (2017)

Die Durchführung einer IST-Stand Analyse sowie Hospitationen zeigten, dass in den sechs Einrichtungen unserer Kooperationspartner die Auswirkungen des demografischen Wandels deutlich spürbar sind: bereits 77 % der Bewohner*innen haben das 45. Lebensjahr erreicht oder sind älter. Es wird deutlich, wie aktuell die Themen Alter und Demenz in den Einrichtungen der Kooperationspartner sind. Das konnte auch an dem großen Interesse der Mitarbeitenden und Bewohner*innen wahrgenommen werden. Entsprechend ist die Projektkonzeption darauf ausgelegt, möglichst viele Beteiligte für das Älter-werden mit geistiger Behinderung und dem Krankheitsbild Demenz zu sensibilisieren und darüber zu informieren.

Phase II Durchführung und Erprobung (2018-2019)

In den sechs Einrichtungen der Kooperationspartner nehmen jeweils vier bis fünf Bewohner*innen mit geistiger Behinderung an der praktischen Erprobung des Bildungsangebotes "Älter-werden ist nichts für Feiglinge!" teil. Die Teilnehmer*innen sind zwischen 50 und 84 Jahren alt und lernen mit Hilfe der Kursleitung Luisa Borgmann und der Lernassistenz Felicitas Grundmann etwas über sich, das Älter-werden und dem Thema Demenz.

Parallel dazu werden die Mitarbeitenden der Kooperationspartner gezielt informiert und sensibilisiert. Sie erhalten die Möglichkeit an spezifischen, unterschiedlichen Fortbildungen teilzunehmen.

Phase III Wissenstransfer (2019)

Im dritten Projektjahr werden die Ergebnisse des Bildungskurses in einem Arbeitsheft veröffentlicht. Das Arbeitsheft und das zusätzliche Angebot von Qualifizierungsmaßnamen für Mitarbeitende der Behindertenhilfe, sollen dazu anregen über die Themen Biografiearbeit, Älter-werden und Demenz in den Einrichtungen zu sprechen. Sie erhalten die notwendigen fachlichen Grundlagen, das Bildungsangebot "Älter-werden ist nichts für Feiglinge" für Menschen mit geistiger Behinderung in Eigenregie inhaltlich und praktisch anzubieten.

Im gesamten Projektverlauf trägt die Zusammenarbeit zwischen der Fachstelle Demenz und den Kooperationspartnern dazu bei, vielfältige Informationen auszutauschen und den Wissensstand aller zu erweitern.

D_MENZ VERSTEHEN

Projektträger

Caritasverband für die Stadt Gelsenkirchen e.V.
Fachstelle Demenz

Leitung: Marita Ingenfeld (Dipl. Gerontologin), Julia Middelhauve (Dipl. Gerontologin)
Projektkoordination: Luisa Borgmann (Heilpädagogin M.A.)
Wissenstransfer Altenhilfe: Andrea Hundert (Gerontotherapeutin)

Kirchstr. 51, 45879 Gelsenkirchen
Tel. 0209 / 15806 - 46
Mobil: 0174 3980 079
Fax 0209 / 15806 - 45
horizont@caritas-gelsenkirchen.de

Kooperationspartner

Franziskus - Haus, Caritasverband Oberhausen
Haus St. Rafael, Caritasverband Gelsenkirchen
Haus Horizont/ TS-Vielfalt, Sozialwerk St. Georg Ruhrgebiet gGmbH
St. Suitbert Haus, Caritasverband Gladbeck
Haus Theresia, Theresia Albers Stiftung, Hattingen
Haus Edith Stein, Heimstatt Engelbert GmbH, Essen

Projektlaufzeit

01.01.2017 bis 31.12.2019.

Förderung

Innovationsfond des Caritasverbandes Ruhrbistum