Mehr als die reine Justiz – Gelebte berufliche Teilhabe auf allen Ebenen

Beide haben vor dem Eintritt in das Berufsleben eine Förderschule besucht. Diese Tatsache spielt bei der Bewältigung des täglichen Arbeitspensums aber keine Rolle. Dass die beiden heute auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten können, haben der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), die NRW-Landesregierung, der Integrationsfachdienst Gelsenkirchen und die beiden Gerichte als Arbeitgeber gemeinsam möglich gemacht.

Die beiden 22-jährigen unterstützen ihr Team bei der Ein- und Ausgabebearbeitung der Post, bei anstehenden Botendiensten oder bei Bürotätigkeiten. "Arbeit gibt es in jedem Fall genug. Die beiden erledigen diese Arbeit kompetent und zuverlässig", sind sich Silvia Fleck (Präsidentin des Sozialgerichtes) und Bernhard Fessler (Präsident des Verwaltungsgereichtes) einig. Ein Erfolgsfaktor ist, dass in beiden Fällen die Arbeitgeber die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung fördern. Fleck und Fessler betonen, dass sie damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben. "Diese Vorbildfunktion wird hausintern vorgelebt und spiegelt sich auf der operativen Ebene mit viel Engagement in einem guten Betriebsklima wider. Die jungen Männer erfahren täglich wie Zusammenarbeit und Zusammenhalt innerhalb eines Teams funktionieren und das jede Aufgabe in der Waagschale der Justiz wichtig ist", sagt Kristina Steffen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Sie kümmert sich im LWL-Inklusionsamt Arbeit um die Umsetzung des Landesprogramms "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) - "Schule trifft Arbeitswelt" (STAR), das Schüler mit Behinderung rechtzeitig im Rahmen einer systematischen Berufsorientierung auf das Arbeitsleben vorbereitet.

Beim Übergang von der Schule in den Beruf haben Stephanie Wolf und Alexandra Becks-Landwehr vom Integrationsfachdienst (IFD) Gelsenkirchen die beiden jungen Männer begleitet. Der (LWL) hat  im Rahmen von KAoA-STAR die regionalen IFD beauftragt, Schülerinnen mit Behinderungen bei der Berufsorientierung zu unterstützen und beim Übergang in das Arbeitsleben zu begleiten.

Darüber hinaus hat die NRW-Landesregierung zusätzliche Arbeitsstellen eingerichtet, die speziell mit jungen Menschen mit Behinderungen besetzt werden sollen. Dadurch können Marvin Kubitza und Justin Neumann berufliche Teilhabe am Arbeitsleben jeden Tag erleben.