Vieles
machen erst Ehrenamtliche möglich
Sich zu engagieren,
macht Freude
An jedem zweiten
Donnerstag im Monat wird ein Raum im Altenheim St. Anna zum Glückauf- Café. Dann
erklingen in der Märkischen Straße 19 ab 14.30 Uhr alte Lieder, werden
Geschichten erzählt, wird vorgelesen und gespielt, getanzt und gelacht. Ein
wenig Abwechslung für an Demenz erkrankte Menschen und eine große Entlastung
für ihre pflegenden Angehörigen. Sie nutzen die wenigen Stunden, um Einkäufe zu
erledigen oder sich selbst ein wenig Ruhe zu gönnen.
„Es ist ein Angebot für
Senioren, die nicht im Altenheim leben, sondern zu Hause"
,erläutert
Klaus-Peter Klein. Der 55-Jährige ist als
Sozialarbeiter bei der Stadt Gelsenkirchen beschäftigt und einer der
ehrenamtlich Engagierten, die das Glückauf-Café erst möglich machen.
Gemeinsam mit seiner Frau Christa hatte er
vor Jahren eine Fortbildung zum Thema Demenz besucht. „Ich wollte einfach
wissen, wie es kommt, dass manch älterer Mensch seinen Becher wieder und wieder
umwirft, vergesslich und manchmal auch aggressiv wird. Und als die Caritas eine
entsprechende Fortbildung anbot, hatte ich meinen Mann gleich mit angemeldet",
blickt Christa Klein zurück. Sie ist sicher, dass die Fortbildung ihr geholfen
hat, ihre heutige Anstellung als Hauswirtschafterin und Betreuerin bei der
Diakonie zu bekommen. „Dafür bin ich dankbar und mit unserem
Engagement möchten mein Mann und ich diese
Dankbarkeit ausdrücken", sagt Christa Klein. Seit rund zwei Jahren betreut
das Ehepaar das etwas andere Café.
Zum ersten Mal ist
Karl-Heinz Maaß beim Glückauf-Café dabei. Eigentlich kommt der 48 Jahre alte
Beamte der Stadt Bottrop immer Mittwoch ins Altenheim St. Anna. Rund zwei
Stunden nimmt er sich Zeit,
um
vorzulesen oder mit Senioren spazieren zu gehen. Dann ist auch schon mal sein
Hund Socke dabei. „Der kommt gern mit, denn meist fällt das eine oder andere
Leckerchen dabei ab. Schnell hat man so auch Gesprächsstoff. Viele Senioren
erzählen gern von ihren einstigen Haustieren." Erfahrungen im Umgang mit
an Demenz Erkrankten hat Karl-Heinz Maaß schon machen können. Er kümmerte sich
zwei Jahre lang um seinen Vater, der zum Pflegefall wurde und auch an einer
schweren Demenz erkrankt war. Für ihn war klar, dass er sich in diesem Bereich
ehrenamtlich engagieren wollte: „Dann habe ich hier kurzerhand vorbeigeschaut
und gefragt, wie und wo ich mich einbringen kann."
Brigitte Fehlberg ist auf
einem anderen Weg zum Ehrenamt gekommen. „Ich war bei Plus-Punkt, der
Ehrenamtsagentur der Caritas und habe mir von Frau Wiesweg verschiedene
Möglichkeiten erläutern lassen", sagt sie. Die 60-Jährige Rentnerin singt
gern und im Haus St. Anna kann sie sich und ihre Leidenschaft einbringen: „Die
alten Lieder zu singen, das macht großen Spaß. Zurzeit spielt dazu ein Ehepaar
auf der Hammond-Orgel und auf dem Akkordeon. Aber auch Gespräche kommen nicht
zu kurz, und das Frühjahr werden wir sicher nutzen, um die ersten
Sonnenstrahlen zu genießen." Als ihr Berufsleben sich dem Ende zu neigte,
hat sie sich für das Ehrenamt entschieden. „Wo genau, das wusste ich noch
nicht. Aber da hat mich Frau Wiesweg gut beraten", sagt Brigitte Fehlberg
und berichtet von ihrer Fortbildung zur Seniorenbegleiterin durch die Caritas.
„Das hat mich bestätigt, die richtige Aufgabe gefunden zu haben."
Die Wege ins und die
Motivation zum Ehrenamt waren bei Christa und Klaus-Peter Klein, Karl-Heinz
Maaß und Brigitte Fehlberg ganz unterschiedlich. Doch sie sind sich einig: Das
Ehrenamt macht Spaß und ist erfüllend.
Lust auf´s Ehrenamt?
Sabine Wiesweg von Plus-Punkt, der Ehrenamtsagentur der Caritas, ist am
Dienstag- und Mittwochvormittag unter 0209 / 15 80 653 zu erreichen. Sie kennt
viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich einzubringen.