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Stand: 12.10.2017

Pressemitteilung

Wohnungslosenhilfe: Mit 90 Jahren der letzte Auftritt als Nikolaus

Mehr als 30-mal ist er schon zum Lied "Lasst uns froh und munter sein" ins Wilhelm-Sternemann-Haus eingezogen. In diesem Jahr wird Heinz Banning zum letzten Mal der Heilige Nikolaus für die wohnungslosen und bedürftigen Menschen in der Caritas-Beratungs- und Begegnungsstätte sein. Einen Tag zuvor - am 5. Dezember - wird Heinz Banning 90 Jahre alt werden. Ein guter Anlass für den engagierten Mann, den Bischofsstab an seinen Nachfolger weiterzureichen und Grund genug, Heinz Banning und sein ehrenamtliches Engagement vorzustellen.

1927 wird Heinz Banning als drittes von neun Kindern in Gelsenkirchen geboren. Seine Erfahrungen im Krieg und in Nazi-Deutschland - insbesondere die Deportation und Ermordung des ihm bekannten Heinrich Königs ebenso wie sein eigenes Kreuzverhör durch die Gestapo - bestärken ihn, sich dem Glauben und der Kirche zuzuwenden. Der gelernte Schreinermeister wird Küster in St. Augustinus, engagiert sich in der Kolpingfamilie und lässt in den 1980er Jahren zusammen mit anderen Männern die Vinzenzbrüderschaft der Propsteigemeinde wiederaufleben.

Ziel der Vinzenzbrüder ist es, den wohnungslosen Menschen in Gelsenkirchen zu helfen. Daher unterstützten sie Propst Wilhelm Sternemann und Pater Marino bei der Gründung einer Teestube für Wohnungslose. 1984 wurde das Wilhelm-Sternemann-Haus gegründet. Seither war Heinz Banning unermüdlich für die Besucherinnen und Besucher im Einsatz: Gitarren- und Geburtstagsrunden, Ausflüge, Bastelarbeiten und mehr hat er organisiert und mitgemacht.

Ob es in den drei Jahrzehnten Wohnungslosenhilfe eine besondere Begebenheit für ihn gab? "Nein, es war alles ganz normal", erinnert sich Heinz Banning und lässt seine vielen mittlerweile verstorbenen Wegbegleiter im Kopf Revue passieren. "Einer", verrät Banning dann doch: "Einer ist beim Krippenbasteln vom Alkohol weggekommen. Er brauchte einfach die Beschäftigung. Wir haben ihn sogar nach den Öffnungszeiten weiter werkeln lassen", blickt der Vinzenzbruder zurück.

Die Zeit, die er im Wilhelm-Sternemann-Haus verbracht hat, kann Banning nicht messen. Vor rund 15 Jahren hat er vor allem für diesen ehrenamtlichen Einsatz bereits das Bundesverdienstkreuz bekommen. "Mein kostbarster Besitz", sagt der Ehrenamtler.

Um Ausflüge zu ermöglichen, hat er noch bis vor drei Jahren mit den Besuchern Krippen, Kalender und Engel gebastelt und sie dann verkauft. Das geht heute nicht mehr. Dafür ist Bannings Sehkraft mittlerweile zu schlecht geworden. Auf seinen Stock gestützt, läuft Banning noch einen ordentlichen Schritt. Trotzdem ist er aufgrund seines Alters auch bei seinem Engagement auf Hilfe angewiesen: "Meine Kinder unterstützen mich darin", sagt der Vater von vier Kindern.

Auch wenn Heinz Banning am kommenden Nikolaustag den Bischofsstab an seinen jüngeren Vinzenzbruder Hans-Joachim Brauer übergibt, bleibt Banning dem Wilhelm-Sternemann-Haus treu. Die Aufsicht am Wochenende, wenn die hauptamtlichen Mitarbeiter frei haben, wird er zusammen mit anderen Ehrenamtlichen weiterhin regelmäßig übernehmen. Und auch die Bibelstunde wird er wie gehabt leiten.

Seinen 90. Geburtstag feiert Heinz Banning groß am zweiten Adventswochenende. Geschenke möchte er keine, "Lieber Spenden für das Wilhelm-Sternemann-Haus", wünscht sich das baldige Geburtstagskind.

Hintergrund: Adventszeit in der Wohnungslosenhilfe

Baum, Brötchen und Besinnlichkeit:
Gelsenkirchener spenden für die Wohnungslosenhilfe

Gerade zur Weihnachtszeit ist es besonders hart, wohnungslos zu sein: Draußen ist es kalt, und rundherum freuen sich die Menschen, nach Hause zu kommen. Damit auch Menschen ohne festen Wohnsitz ein bisschen Weihnachtsgefühl bekommen können, ist die Wohnungslosenhilfe auf Spenden und Ehrenamtliche angewiesen. In Gelsenkirchen ist die Spendenbereitschaft rund um Weihnachten erfreulich groß.

In diesem Jahr spendet die Firma Seppelfricke einen Weihnachtsbaum für das Wilhelm-Sternemann-Haus. Außerdem kommt am 6. Dezember der Nikolaus in die Caritas-Beratungs- und Begegnungsstätte für Wohnungslose. Der heilige Mann bringt dann rund 70 Tüten mit, die Dank vieler Spenden gut gefüllt sind mit handgestrickten Socken aus der Pfalz, Obst vom Gelsenkirchener m&m Lebensmittelgroßhändler und Süßigkeiten von den Vinzenzbrüdern, sowie Tabak von Propst Manfred Paaß und Unterwäsche von Dieler.

Am Samstag des zweiten Adventswochenendes organisiert Gerd Kühn, der ehrenamtlich ein- bis zweimal die Woche den Wohnungslosen bei der Wohnu­ngssuche hilft, ein Frühstücksbuffet mit seiner Frau Angelika. Und am Sonntag laden die "Inner Wheel"-Frauen Christine Primavesi und Andrea Dieler zum Frühstück ein. Zu guter Letzt zaubert die Familie Zito am 20. Dezember ein reichhaltiges italienisches Buffet für die Besucherinnen und Besucher des Wilhelm-Sternemann-Haus